Du willst deine Eigentumswohnung verkaufen. Fotos machen, Anzeigen schalten, Besichtigungen organisieren — wer übernimmt das für dich? Oft: ein Immobilienmakler.
Was macht ein Immobilienmakler?
Ein Immobilienmakler verkauft oder vermietet Häuser und Wohnungen für andere. Er bringt Käufer und Verkäufer zusammen.
Dein Vorteil: Du musst nicht selbst Fotos machen, Anzeigen schalten und Besichtigungen organisieren. Das übernimmt der Makler für dich.
Warum Hausverwaltungen oft auch Makler sind
Viele Hausverwaltungen bieten Maklerdienste gleich mit an. Das hat einen einfachen Grund: Sie kennen das Haus schon lange.
Dein Vorteil dabei: Unterlagen wie Grundbuchauszug (der Nachweis, wem das Haus gehört), Grundriss und Energieausweis liegen meist schon vor. Bei einer Eigentumswohnung kommt oft noch die Teilungserklärung dazu — sie legt fest, was Sondereigentum und was Gemeinschaftseigentum ist. Was das bedeutet, erklärt der Begriff Teilungserklärung im Glossar.
Das Risiko, das du kennen solltest
Wenn deine Hausverwaltung gleichzeitig als Makler für dein Haus arbeitet, kann das zu einem Interessenkonflikt führen. Der Makler verdient meist über eine Provision am Verkaufspreis. Er hat also ein Interesse daran, schnell zu verkaufen — nicht unbedingt zum besten Preis für dich.
Dein Schutz: Frag offen nach der Provisionshöhe, bevor du unterschreibst. Vergleiche das Angebot mit mindestens einem weiteren Makler.
Was kostet ein Makler?
Die Maklerprovision liegt als marktüblicher Richtwert meist zwischen 3 und 7 % des Verkaufspreises, je nach Bundesland oft aufgeteilt zwischen Käufer und Verkäufer. Frag vorab genau nach, wer wie viel zahlt.
Verkaufst du eine Eigentumswohnung, gilt eine Besonderheit
Beim Verkauf einer Eigentumswohnung wird der Käufer automatisch Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft, kurz WEG. Ein guter Makler weiß das und bereitet die passenden Unterlagen vor: Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen, die aktuelle Jahresabrechnung, Angaben zur Instandhaltungsrücklage. Was eine WEG überhaupt ist, erklärt der Beitrag Was ist eine WEG?. Was für den Käufer nach dem Kauf ansteht, zeigt der Ratgeber Eigentumswohnung gekauft — was jetzt?.
Gehört zur Wohnung ein Stellplatz oder Gartenanteil, der nur dir zusteht, spricht man von einem Sondernutzungsrecht. Was das genau bedeutet, erklärt der Glossarbegriff Sondernutzungsrecht. Ein seriöser Makler nennt diese Details klar im Exposé, statt sie zu verschweigen.
Häufige Fragen zum Immobilienmakler
Muss ich einen Makler beauftragen, wenn ich verkaufe?
Nein. Du darfst auch selbst verkaufen. Ein Makler übernimmt dafür Aufwand, Netzwerk und rechtliches Wissen.
Ist es ein Problem, wenn Verwaltung und Makler dieselbe Firma sind?
Nicht automatisch. Es kann aber zu einem Interessenkonflikt führen. Frag nach Transparenz bei Preis und Vorgehen.
Wer zahlt die Maklerprovision?
Das ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Meist teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten.
Wie erkenne ich einen seriösen Makler?
Achte auf einen aktuellen Sachkundenachweis, klare Vertragsbedingungen und eine Berufshaftpflichtversicherung. Ähnliche Kriterien helfen auch bei der Wahl einer Hausverwaltung, siehe die Bewertungskriterien dieser Website.
Kann ich den Maklervertrag vorzeitig kündigen?
Das hängt von der Vertragsart ab. Ein einfacher Maklerauftrag lässt sich meist jederzeit kündigen, ein Alleinauftrag hat oft eine feste Laufzeit.
Was ist ein Energieausweis und brauche ich den?
Er zeigt, wie viel Energie ein Haus verbraucht. Beim Verkauf oder bei der Vermietung ist er in Deutschland Pflicht.
Muss ich als Verkäufer die Zustimmung der WEG einholen?
Nein, den Verkauf deiner eigenen Wohnung darfst du grundsätzlich frei entscheiden. Bestimmte Verträge sehen aber eine sogenannte Veräußerungszustimmung des Verwalters vor — prüf das vorab in deiner Teilungserklärung.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Makler übernimmt Vermarktung, Besichtigungen und Verhandlung — ist aber nicht Pflicht.
- Maklerprovisionen liegen als Richtwert meist bei 3 bis 7 % des Verkaufspreises.
- Verwaltung und Makler aus einer Hand sparen Zeit, bergen aber ein Interessenkonfliktrisiko.
- Bei Eigentumswohnungen gehören WEG-Unterlagen und Teilungserklärung zwingend zum Verkaufspaket.
- Vergleiche immer mindestens zwei Angebote, bevor du unterschreibst.
Verkaufst oder kaufst du eine Eigentumswohnung, lohnt sich auch ein Blick auf die zuständige Hausverwaltung vor Ort. In der Übersicht Hausverwaltungen nach Städten vergleichst du geprüfte Anbieter in deiner Region.
